Aus: Nachthaus. Gedichte. Passau : Verlag Karl Stutz 2009.
Stark bewölkt
Der Himmel
mit viel
Gepäck
Als würde er
für länger
verreisen
Nachthaus
Ein Haus
aus Dunkel
und Stille
Mit Lichträumen
und Traumfenstern
Das Dach
voller Sterne
Aus: Herbstmusik. Gedichte. Passau: Verlag Karl Stutz 2006.
Herbstmusik
Ungestüm
spielt der Wind
auf den vielen Baumpianos
dass die bunten Blättertasten
nur so fliegen
und die Lieder auch
Im Großeinsatz
Am Nachthimmel
wimmelt es
von Lichtern
Die Sternenflotte
fliegt
einen Großeinsatz
Der Mond
ein heller Kopf
der Kommandeur
Aus: Glut am Himmel. Gedichte. Tiefenbach: Edition Töpfl 2002.
Sommerwiese
Geflügelte Schönheiten gaukeln
über dem Gräserwald
durch den der Wind spaziert
Heupferde sprungbereit
für einen Ritt
durch die Luft
Vollmondnacht
Ball
spielt die Nacht
über den Dächern
der Stadt
Strahlt
wie ein Kind
Aus: ... und Sehnsucht singt ein leises Lied. Gedichte. Tiefenbach: Edition Töpfl 1992.
Der Himmel
Im grauen Kittel
wäscht der Himmel
die Stadt
nach getaner Arbeit
wechselt er die Kleidung
im blauen Anzug
lacht er
Novembernebel
Ganze Tage
sind seine
Gefangenen
bei wenig
Licht
Aus: Im Fluß der Zeit. Gedichte. Passau: Lippmann-Mindl Verlag 1989.
Worte
Brücken
die uns verbinden
solange es etwas
zu sagen gibt
tragen sie
Der Fluß
Keinen Blick
wirft er zurück
die Zeit
bedrängt ihn nicht
sein Leben
ist der Lauf
nach vorn
Aus: Erdzeit. Gedichte und Prosa. Hann. Münden: Gauke Verlag 1987.
Wiederbegegnung
Du
wie nah bist
du mir
dein lächelnder Mund
deine tränenvollen Augen
Pierrots leben
Damals ließ
ich Rosen liegen
in Zeilen
die nicht spurlos
blieben
Deine Augen
ich schweige
rede
in mir
ich mit
den Pierrots
mit dir
Der Stachel
deine Lippen
schwer
gläsern
deine Augen
du denkst an morgen
auch an mich
der tödliche Stachel in dir
angesetzt gestern
heute bohrt er
und doch
ist er zerbrochen
für immer
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