„Und wer will dem menschlichen Geiste Grenzen setzen? Und wer wird behaupten wollen, es sei schon alles gesehen und gewußt, was es auf der Welt an Wahrnehmbaren und Wißbaren gibt?“
Aus: Lettera a Cristina di Lorena, 1615
Galileis Traktat vertritt mit bewundernswürdiger Unerschrockenheit – erst 1600 hat man Giordano Bruno verbrannt – die Emanzipation der neuen, von ihm wesentlich mit initiierten Naturwissenschaft gegen theologische und philosophische Autoritätsansprüche. Ihm zufolge können theologische Bibelinterpretationen niemals wissenschaftliche Hypothesen widerlegen, wohl aber durch solche widerlegt werden. In dieser Unabhängigkeitserklärung der Wissenschaften verteidigt er die Freiheit des Denkens und der Wissenschaft gegen die Theologie.
Galileis Lettera liegt mit der hier vorgestellten Ausgabe erstmals in einer vollständigen deutschen Übersetzung vor.
Der Herausgeber des Bandes, Prof. Dr. Michael Titzmann, ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Passau. Das Werk ist erschienen im Verlag Karl Stutz, Passau.
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Bilder von Babette Woitke
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